Vermisstenspürhund

Vermisstenspürhund im EinsatzVermisstenspürhund im Einsatz
Der Vermisstenspürhund kommt zum Einsatz, wenn der letzte Aufenthaltsort der zu suchenden Person sicher benannt werden kann. Benötigt wird ein Gegenstand, mit dem die vermisste Person zuvor in Kontakt gekommen sein muss. Dies kann zum Beispiel ein Kopfkissen oder ein getragenes Kleidungsstück sein, ebenso ein Schlüsselbund oder die Handtasche. Auch Körperflüssigkeiten wie Blut, Schweiß oder Urin sind geeignet!

Der Einsatz des Vermisstenspürhundes kann sofort nach Verschwinden der zu suchenden Person bis zu mehrere Tage danach erfolgen. Hier sind zum Beispiel Witterungseinflüsse von Bedeutung. Heiße und trockene Sommertage sind für den Hund ungünstiger als kühle Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Jeder Mensch hinterlässt für den Hund seinen Geruch. Dieser ist so einzigartig wie der Fingerabdruck. Durch Zellerneurung der menschlichen Haut werden die abgestorbenen Hautzellen vom Körper abgestoßen und fallen zu Boden. Dies sind ca. 40.000 Zellen pro Minute! Bakterien zersetzen diese Hautzellen. Vom letzten Aufenthaltsort folgt der Hund dem Zersetzungsgeruch der Hautzellen der gesuchten Person. Bei der Suche spielt der Untergrund, z.B. Straße, Feld, Wald, keine Rolle. Auch die Suche im Stadtgebiet ist möglich. Beim Vermisstenspürhund handelt es sich um einen so genannten Hochwindsucher, der Hund sucht meist mit hoher Nase und nicht am Boden. Er ist auch nicht auf Trittspuren (Bodenverletzungen) angewiesen, an welchen sich der klassische Fährtenhund orientiert.

Im Idealfall führt der Hund direkt zu der vermissten Person. Mitunter ist dies dem Hund aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich, dennoch führt der Hund oftmals in die Nähe der Person. Dies erkennt der Hundeführer am Verhalten des Hundes, die Suche kann dann, soweit angebracht, z.B. durch den Einsatz von Rettungshunden (Flächensuche) fortgesetzt werden. Dies empfiehlt sich beispielsweise in unwegsamem Gelände. Die Zusammenarbeit der Hunde beider Sucharten ist sehr effektiv und hat schon oft zum Auffinden der Person geführt.

In vielen Fällen wird, je nach den entsprechenden örtlichen Gegebenheiten, auch gemeinsam mit der Bergwacht oder auch aus der Luft mit Hilfe des Polizeihubschraubers ergänzend gesucht.

Trümmersuche

Rettungshund bei der TrümmerausbildungRettungshund bei der Trümmerausbildung
Bilder von Erdbebenkatastrophen gehen regelmäßig um die Welt. Immer wieder werden bei solchen Naturkatastrophen viele Menschen verschüttet. Die effektivste Variante nach diesen Erdbebenopfern zu suchen, ist der Einsatz von Rettungshunden. In Deutschland sind solche Naturkatastrophen zum Glück äußerst selten. Dennoch werden auch hier Rettungshunde gebraucht, um Verschüttete zu suchen. Meist dann, wenn Gebäude nach Explosionen oder wegen baulicher Mängel einstürzen.

Auch die Trümmerhunde sind ausgebildet, nach menschlichem Geruch zu suchen. Sie suchen nicht gezielt nach einer bestimmten Person, sondern ganz allgemein nach „Mensch“. Deshalb benötigen auch die Hunde keine Geruchsprobe. Bei der Suche auf den Trümmern arbeiten die Hunde frei. Sie sind  nicht an der Leine und tragen auch keine Kenndecke. Sie werden vom Hundeführer per Handzeichen über die Trümmer dirigiert.

Rettungshund im Einsatz - Gebäudeeinsturz nach GasexplosionRettungshund im Einsatz - Gebäudeeinsturz nach Gasexplosion

Auch die unter den Trümmern liegende Person verliert Geruchspartikel. Diese werden durch die Luftströmung innerhalb der Trümmer weitergetragen und gelangen so an die Oberfläche. Die Hunde suchen auf den Trümmern nach der Stelle, an der der menschliche Geruch am stärksten austritt. Dort zeigen die Hunde in der Regel durch Bellen an. Die Einsatzkräfte können sich von dort gezielt zu der verschütteten Person vorarbeiten. Meist wird zur Bestätigung noch ein zweiter Hund eingesetzt.

Ergänzt wird die Suche der Hunde durch den Einsatz der „Technischen Ortung“. Bislang gibt es aber im Bereich der Suche nach verschütteten Menschen kein technisches Gerät, das die Rettungshunde ersetzen könnte.

Flächensuche

Anzeige einer aufgefundenen Person durch den RettungshundAnzeige einer aufgefundenen Person durch den Rettungshund
Jedes Jahr werden in Thüringen rund 1.000 Menschen vermisst gemeldet. Die Gründe für das Verschwinden sind sehr unterschiedlich. Einige Menschen wollen einfach nur ihr gewohntes Lebensumfeld verlassen, um anderswo einen Neuanfang zu wagen. Andere wiederum geraten unerwartet in Notsituationen, verletzen sich beim Wandern oder verirren sich. Andere wiederum haben entschieden, sich das Leben zu nehmen.

Immer dann, wenn es Hinweise darauf gibt, dass Menschen in Not geraten sind, empfiehlt sich auch, die Einsatzmöglichkeiten von Rettungshunden zu prüfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Waldgebiete, unübersichtliche Flächen, Uferböschungen usw. abgesucht werden müssen. Die Hunde suchen bei der Flächensuche nicht gezielt nach einer bestimmten Person, sondern ganz allgemein nach menschlichem Geruch.
Schnell und effizent - Rettungshund bei der Absuche einer FlächeSchnell und effizent - Rettungshund bei der Absuche einer Fläche


Konkret bedeutet dies, dass die Rettungshunde keine Geruchsprobe der vermissten Person benötigen. Jede Person im Suchgebiet soll angezeigt werden. In der Flächensuche werden so genannte „Hochwindsucher“ eingesetzt. Im Gegensatz zu Fährtenhunden suchen die Rettungshunde bei der Flächensuche nicht nach Bodenverletzungen und Geruchsspuren am Boden. Vielmehr suchen sie nach menschlichen Geruchspartikeln in der Luft, die durch den Wind von der vermissten Person weitergetragen werden.

Die Rettungshunde arbeiten bei ihrer Suche frei und sind nicht an der Leine. Sie tragen eine Kenndecke, um sie weithin als Suchhunde kenntlich zu machen. Riecht der Hund menschlichen Geruch, versucht er diesem zu dem Punkt zu folgen, an dem dieser am stärksten ist. Findet der Hund einen Menschen, legt er sich neben der Person ab und fängt an, ausdauernd zu bellen. Der Hundeführer kann sich dann zum Fundort begeben.

Der Einsatz von Flächenhunden gilt aufgrund ihrer Suchart als äußerst effektiv. Als Faustregel gilt: Zwei Rettungshunde ersetzen bis zu 50 Suchkräfte in einer Suchkette. Außerdem können Flächen mit Rettungshunden wesentlich schneller abgesucht werden, als mit einer „menschlichen Suchkette“. Diese muss umständlich koordiniert werden und sich mühsam durch unwegsames Gelände kämpfen. Die Hunde können zügig die Fläche abrevieren und sind dadurch wesentlich schneller.